Großbrand - landwirtschaftliches Anwesen Hochstadt
In Hochstadt, Ringstraße 15 brannte am Freitag, 23.09. 2005 ein landwirtschaftliches Anwesen. Dieses liegt in der Ortsmitte an einer gut anzufahrenden Straße. Das Objekt ist von der Vorderseite sowie der Rückseite gut zugänglich und auch mit Großfahrzeugen jederzeit anfahrbar. Angrenzende Gebäude waren nicht gefährdet außer das auf dem Grundstück stehende Wohnhaus der Landwirtsfamilie.
Gegen 15.10 Uhr wurde die erstalarmierende Stelle im Landkreis Lichtenfels, dieses ist die Polizeiinspektion, über Notruf vom Brand im landwirtschaftlichen Anwesen Schnapp in Hochstadt informiert. Der diensthabende Dienstgruppenleiter löste umgehend die Alarmstufe 3 welche für Brände in landwirtschaftlichen Anwesen vorgesehen ist und auch dem Meldebild entsprach aus. Es wurden die Feuerwehren aus Hochstadt, Redwitz, Marktzeuln, Burgkunstadt, Horb, Zettlitz, Wolfsloch, Burgstall, Michelau, Obersdorf, Trieb sowie die Führungsdienstgrade des Landkreises, KBI Schuberth, KBM Sliwinski, KBM Jahn, KBM Vogler, KBM Mager, KBM Knab, der Rettungsdienst und die nachalarmierende Stelle bei der FF Lichtenfels alarmiert. Um den Feuerwehreinsatzkräften die Anfahrt freizuhalten und um Schaulustige von der Einsatzstelle fern zu halten wurden auch 2 Fahrzeuge der PI Lichtenfels zum Einsatzort entsandt.
Die zuerst eintreffende Feuerwehr Hochstadt deren Gerätehaus nur 50 Meter neben dem Schadensobjekt liegt begann sofort damit das stark gefährdete Wohnhaus zu schützen. Die nachfolgenden Kräfte konzentrierten ihre Aufgabe auf die Brandbekämpfung an den Stallungen. Nachbarn und zur Hilfe eilende Landwirte brachten einen Teil der sich in den Ställen befindlichen Tiere in Sicherheit. Mit der Drehleiter der FF Burgkunstadt wurde erst mal das Wohnhaus mit geschützt und dann die Brandbekämpfung auf dem Heuboden unterstützt. Nachdem KBM Vogler an der Einsatzstelle eingetroffen war wurden noch die FF Altenkunstadt, Weismain und die zweite Drehleiter des Landkreises aus Lichtenfels angefordert. Als Wasserentnahmestelle dienten zu Einsatzbeginn die umliegenden Hydranten. KBI Schuberth und der örtliche Kommandant Thomas Huber bildeten die Einsatzleitung. Das Objekt wurde in 2 Brandabschnitte eingeteilt und auf der Hofseite von KBM Vogler und die Rückseite von KBM Knab betreut. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus dass die Wasserversorgung nur durch Hydranten nicht ausreicht um den Brand sicher bekämpfen zu können. Deshalb wurden noch 3 B-Leitungen vom ca. 70 Meter entfernten Schulweiher verlegt. Da dieses immer noch nicht ausreichte verlegte man vom Main eine ca. 900 Meter lange Schlauchstrecke mit dem SW 1000 von Burgkunstadt. Um noch weitere lange Schlauchstrecken verlegen zu können wurden zur Sicherheit noch der SW 2000 aus Lichtenfels angefordert sowie der SW 1000 von Altenkunstadt ebenso die Feuerwehren aus Schwürbitz, Lettenreuth und Neuensee als Verstärkerpumpen und Atemschutztrupps. Nach dem Eintreffen der Drehleiter aus Lichtenfels wurde diese an der Rückseite des Gebäudes eingesetzt.
Ein Problem an der Rückseite war die auf dem Dach des Stallgebäudes angebrachte Photovoltaikanlage. Dies zwar nicht durch vielleicht noch anliegende Spannung, sondern durch die platzenden Glasteile der Zellen. Diese verursachten einige Schäden am Schlauchmaterial. Durch evtl. noch anliegende Spannung auf den Zellen konnte keine Einsatzkraft gefährdet werden da ein betreten des brennenden Dachgeschosses noch nicht möglich war. Diese Anlage wurde erst im Jahr 2004 errichtet. Es zeichnete sich schon sehr bald ab das sich der Einsatz bis in die Nachtstunden hin ziehen würde und deshalb wurde durch die UG-ÖEL noch die FF Lichtenfels/Main mit ihrem Lima angefordert. Die anfangs aus dem Stall gebrachten Tiere konnten zwischenzeitlich wieder in den Stall verbracht werden da sie Einsatzkräfte behinderten und banden. Unter den Tieren befanden sich ca. 55 Kühe die täglich gemolken werden müssen und da ein gefahrloses Betreten des Melkstandes nicht möglich war wurde gegen 17.00 Uhr das THW Bad Staffelstein angefordert um die Decke abzustützen und die Stromversorgung in der Melkanlage sicher zu stellen. Nach beenden dieser Aufgabe konnten die Tiere nun angemessen versorgt werden.
Um das immer wieder aufflackernde Heu vom Dach zu entfernen wurden von einer naheliegenden Kies – und Sandgewinnung ein großer Radlader sowie ein Sattelauflieger angefordert, welche auch innerhalb kurzer Zeit der Einsatzleitung zur Verfügung standen. Diese Aufgabe wurde noch durch einen Bagger sowie einen LKW mit Greifarm unterstützt. Da das Heu auf ein Feld vor Hochstadt gebracht wurde und immer wieder brannte löschten dies Kräfte aus Burgkunstadt und Redwitz ab. Am Samstagmittag wurden noch die Feuerwehren aus Wallenstadt, Trieb und Mistelfeld alarmiert um anwesende Kräfte abzulösen. Das abräumen des Heu´s dauerte doch länger als angenommen weshalb nochmals der Lima von LIF/Main angefordert wurde. Diese Einsatzaufgabe war am Sonntagmorgen gegen 00.15 Uhr endlich abgeschlossen und die Einsatzstelle der FF Hochstadt überlassen. Gegen 07.00 Uhr am Sonntagmorgen übernahm die FF Obersdorf die Brandwache zusammen mit Hochstadt. Diese endete am Sonntag, 25.09 gegen 23.00 Uhr.
Die Bereitschaft des BRK sicherte mit jeweils 2 Einsatzkräften die Tätigkeiten der Feuerwehr.Die Versorgung der gesamten Einsatzkräfte mit Verpflegung wurde durchgehend vom örtlichen Kleintierzuchtverein und der Nachbarschaft sicher gestellt. Zur Betreuung der betroffenen Landwirtsfamilie wurde die Notfallseelsorge verständigt und war mit dem Feuerwehrseelsorger sowie dem örtlichen Geistlichen zur Stelle.
Der Brand konnte zwar innerhalb von ca. 2 Stunden unter Kontrolle gebracht werden aber durch das Abräumen des auf 2 Stallgebäuden befindlichen Heu´s ergab sich letztendlich eine Einsatzdauer von 56 Stunden. Trotz der langen Einsatzdauer und den sich in den Ställen befindlichen Tieren wurde weder ein Feuerwehrkamerad verletzt noch ein Tier. Dies zeigt mit welcher Umsicht die Einsatzkräfte vorgingen. Ein vorsorglich an die Einsatzstelle beorderter Tierarzt musste nicht tätig werden.
Bericht: Hermann Schuberth KBI
