(Text aus der Festschrift zum 125-jährigen Jubiläum 2003)
Gott zu Ehr - dem Nächsten zur Wehr

Unterlagen aus den Gründungsjahren nur im Staatsarchiv

Hut ab vor der Feuerwehr! Es gibt wenige Organisationen, deren Mitglieder auf freiweilliger Basis, gleich selbstlos und uneigennützig, ihr Leben, ihre Kraft und Zeit bei Tag und Nacht für jedermann einsetzen.

Die Feuerwehr kennt nur das eine und reine Ziel, in aller Stille der Allgemeinheit und der Heimat zu dienen. Aus diesen hohen Tugenden ergibt sich naturgemäß die hohe Achtung und das Ansehen, welche auch die Hochstadter Jubiläumswehr genießt.

Seit Jahrtausenden ist der Mensch gezwungen des Feuers "wohltätige Macht" zu bekämpfen, wenn es, um mit dem Dichter zu sprechen, " heulend sich wälzt durch alle Gassen". So ist die Brandwehr uralt. Allerdings oblag der Feuerschutz früher keinen eigens geschulten Kräften, er betätigte sich lediglich als eine zwanglose Gemeinschaftshilfe. Eines der ganz alten Protokollbücher im Staatsarchiv von Bamberg aus dem Jahr 1528 weist unter dem Stichwort: "Lichtenfelser Brunst halber" schon auf die bestehende Pflicht hin, wenn es in einem Dorf brenne, mitzulaufen und mitzulöschen. Ein Wohlorganisiertes Feuerlöschwesen wurde erst später eingeführt.

Altbürgermeister Georg Herold hat sich um die Quellen aus dem Gründungsjahr der Hochstadter Feuerwehr bemüht. Weder in der Gemeinde noch im Landratsamt sind Unterlagen aufzufinden. Im Staatsarchiv in Bamberg sind verschiedene Berichte des Königlich Bayerischen Bezirksamtes Lichtenfels über das Feuerlöschwesen im Bezirksamt Lichtenfels. Einige Wehrgründungen konnten herausgefunden werden: Lichtenfels 1860, Burgkunstadt 1868 und Weismain ein Jahr später. Es fanden sich Unterlagen über Modschiedel, Altenkunstadt, Großziegenfeld, Isling, Kleinziegenfeld, Michelau, Roth, Stettet usw.

Aus einem Schreiben des Bezirksamtes vom 2. Juli 1873 geht hervor, dass bereits zu dieser Zeit eine Feuerwehr in Hochstadt bestanden haben muss: "Als gesichert erscheint die Anschaffung einer Löschmaschine bei den Gemeinden Hochstadt, Kirchlein, Kleinziegenfeld, Mainrot, welche ich angetragen habe, vierrädrige Maschinen anzuschaffen".

Aus einem Bericht der Zusammenstellung über die Feuerwehren im Bezirk Lichtenfels aus dem Jahre 1887 findet sich der Name Hochstadt, allerdings als Pflichtfeuerwehr. Dem Bericht im Staatsarchiv zufolge hat Hochstadt 40 Mitglieder, durch Armbinden gekennzeichnet. Folgende Ausrüstungsgegenstände waren vorhanden: Sechs Feuereimer aus Hanf, zwei Normalgewinde, 15 Hanfdruckschläuche, ein Saugschlauch. zwei Anstellleitern ohne Stützstangen, eine Trompete, eine Hupe, eine vierrädrige Löschmaschine. Vorhanden ist ein Feuerhaus, welches vollkommen genügt. Die Bespannung im Brandfall liefern zwei Ortsbewohner. Alarmierung durch Staatstelegraf, durch Läuten der Glocken und Trompetensignal.

Bereits 1964 nahmen zwei Trupps erfolgreich an der Abnahme für das Leistungsabzeichen in Bronze teil. Im Jahr 1967 erfüllte sich ein Langgehegter Wunsch unserer Wehr, denn mit der Fertigstellung des neuen Rathhauses in der Wolfslocher Straße, wurde auch ein modernes und geräumiges Gerätehaus mit Schlauchturm übergeben.

Unsere Wehr verfügte zu diesem Zeitpunkt über einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA). Vorstand Georg Herold sen. und Kommandant Dieter Schälicke überraschten die Wehrmänner 1970 mit der Übergabe eines "nicht mehr ganz neuen" aber funktionsfähigen Feuerwehrauto (Marke Opel Blitz). Das Fahrzeug wurde zuvor bei der Fa. Siemens eingesetzt. Im Protokollbuch ist folgendes nachzulesen: "Das Fahrzeug bewirkte beachtliche Einsatzfreude unter den Männern".

In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Feuerwehr und 1. Bürgermeister der Gemeinde Hochstadt am Main war es wiederum Georg Herold sen. der die Verhandlungen im Jahre 1974 mit der Bezirksregierung in Bayreuth wegen der Anschaffung eines neuen und leistungsfähigeren Löschfahrzeuges führte. Am 5. Juli 1975 war es dann schließlich soweit, unter großer Beteiligung der Bevölkerung konnte das neue Löschfahrzeug (LF 8) an die Feuerwehrkameraden übergeben werden.

Heute im Jubiläumsjahr ist die Freiwillige Feuerwehr Hochstadt hervorragend ausgerüstet. Im Jahr 2000 konnte unsere Wehr das lang ersehnte neue Löschfahrzeug (LF 8/6) in Empfang nehmen, das das 25 Jahre alte LF 8 mit einer Tragkraftspritze aus dem Jahr 1958 ersetzt. das neue Fahrzeug ist mit einem Rettungssatz (Schere, Spreitzer, Hydraulikstempel), mit einem 600 Liter Wasservorrat für den "Schnellangriff" sowie mit schweren Atemschutz ausgerüstet. Es ist der Tatkraft und Initiative der einzelnen Bürgermeister und Gemeinderäte zu verdanken, dass neben einem neuen Feuerwehrauto auch modernstes Lösch- und Bergungsgerät zur Verfügung steht. Das Aufgabengebiet der Feuerwehren hat sich im Laufe der Zeit ständig erweitert. Zu der traditionellen Aufgabe der Brandbekämpfung ist noch die technische Hilfeleistung sowie der Hochwasserschutz hinzugekommen.

Unsere Wehr hat derzeit 53 Aktive von denen 13 als Atemschutzgeräteträger ausgebildet sind. Durch die zielstrebige Aus- und Weiterbildung sowie der regelmäßigen Abnahme von Leistungsabzeichen hat unsere Wehr einen ausgezeichneten Ausbildungsstand.

Hilfsbereitschaft, Gemeinsinn und Opferbereitschaft sind das Motto der Hochstadter Feuerwehr. Mit Thomas Huber und Jürgen Hilbich stehen zwei Idealisten an der Spitze einer von Kameradschaft geprägten Truppe.

Ohne Jemanden zu bevorzugen oder zu benachteiligen soll hier stellvertretend für alle aufopferungsbereiten Helfer der Name Dieter Schälicke genannt sein.

(Text aus Festschrift vom 125-jährigen Jubiläum 2003)